|Alltag| Dog-Sharing. Oder: Koa in der Hundetagesstätte

Eine Frage taucht auf Instagram immer wieder auf: Wo ist Koa, wenn ich arbeite? Ist sie etwa die ganze Zeit alleine zuhause? Nein, Koa ist in der Regel nie länger als 2 Stunden alleine. Und auch das passiert eher selten. Wie ich das schaffe? Nur mit Hilfe.

Ich bin mit Hunden groß geworden. Denn im Haushalt meiner Oma gibt es seit ich denken kann Hunde. Und gerade als Kind habe ich viel Zeit bei meiner Oma verbracht, wenn meine Mutter arbeiten musste. Ich habe die Zeit mit den Schäferhunden immer sehr genossen – und hätte unglaublich gerne einen eigenen Hund gehabt. Da haben meine Eltern allerdings nicht mitgespielt.

Als ich nach dem Abitur alt genug war, meine eigenen Entscheidungen zu treffen, kam ein Hund leider nicht in Frage. Ich habe dual studiert und bin alle drei Monate zwischen Ravensburg und Bonn hin und her gependelt. Danach kamen Stationen bei PR-Agenturen – mit höllischen Arbeitszeiten und wenig Gehalt. An einen Hund war da nicht zu denken. Leider.

Mit 30 war es dann endlich so weit. Geregelte Arbeitszeiten, Weinberge und Wald direkt vor der Haustür und vor allem auch das Geld, mir einen Hund leisten zu können. Eins stand allerdings fest: Der Hund darf nicht acht Stunden am Tag alleine sein. Nach einigen intensiven Gesprächen mit meinen Eltern, erklärte sich mein Vater – mittlerweile in Rente – bereit, tagsüber meinen Hund aufzunehmen. Mein Hund geht quasi in die Hundetagesstätte.

Zu Beginn hatte mein Vater ein bisschen Bauchgrimmen, glaube ich. Ein Welpe bedeutet schließlich Verantwortung. Und wenn auch immer klar war, dass ich mich um Pflege und Erziehung kümmere, so ist er doch tagsüber alleine verantwortlich. Nach dem Einzug von Koa waren aber alle Bedenken recht schnell verflogen. Innerhalb von kürzester Zeit sind die beiden zu einem eingespielten Team geworden, das durch dick und dünn geht. Es macht mich unglaublich glücklich, die beiden zusammen zu sehen. Denn dieser kleine Australian Shepherd bringt nicht nur mich, sondern auch meinen Papa täglich zum Strahlen.

Und jetzt noch ein kleiner Einblick in unseren Alltag: An einem klassischen Arbeitstag stehe ich kurz vor 6 Uhr mit Koa auf und wir drehen eine erste Runde. Während ich mich für die Arbeit fertig mache, döst Koa noch ein bisschen auf ihrer Decke vor sich hin. Dann setzen wir beiden uns ins Auto und düsen zu meinem Papa, der nur wenige Kilometer entfernt wohnt. Das morgendliche Begrüßungsritual ist herzlich – und laut. Ich verabschiede mich. Wer hier herzerweichende Szenen mit einem traurig blickenden Hund erwartet, wird enttäuscht sein. Koa wirft mir einen kurzen Abschiedsblick zu und bevor die Tür ins Schloss fällt, himmelt sie schon wieder meinen Papa an. Der macht ihr jetzt nämlich Frühstück. 😉

Nach dem Frühstück ruht sich Koa aus, bevor es für die beiden auf ihre morgendliche Spiel-und-Spaß-Runde geht. Tagsüber wird geschlafen, gespielt und an Schweineohren geknabbert. Nachmittags sind die beiden dann auch noch mal kurz unterwegs, bevor ich die Kleine wieder abhole und wir beiden Mädels eine große Abendrunde drehen. Oder auf dem Hundeplatz trainieren, bevor wir auf dem Sofa kuscheln.

Wir drei sind ein eingespieltes Team. Für uns ist das „Dog Sharing“ eine perfekte Lösung. Ich konnte mir endlich den Traum vom eigenen Hund erfüllen, mein Papa genießt es, mit der kleinen durch die Gegend zu ziehen und Koa ist jederzeit toll versorgt. Ich bin froh, dass mir meine Eltern dieses Modell ermöglicht haben.

Wie ist es bei euch so? Dürfen die Fellnasen mit zur Arbeit oder arbeitet ihr vom heimischen Arbeitszimmer aus? Bleiben die Kleinen ein paar Stunden alleine oder sind sie in einer richtigen Hundepension? Ich bin gespannt 🙂

Viele Grüße
Maike & Koa

4 Gedanken zu “|Alltag| Dog-Sharing. Oder: Koa in der Hundetagesstätte

  1. Bei uns ist das so, dass Abby wenn wir (Meine Eltern, mein Bruder und ich ) weg sind, bei meiner Oma ist. Die wohnt auf dem selben Grundstück und hat sich bereit erklärt auf die Prinzessin Flauschpopo aufzupassen, wenn wir weg sind. Also ist es bei uns ganz ähnlich wie bei euch 😉

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  2. Bei mir ist es so, dass ich eine Hündin mit ins Büro nehmen kann, und das findet sie auch ganz toll. Sie hat dort eine Box stehen, in die sie sich bei Bedarf zurückziehen kann, Spielzeug und ein paar Knabbersachen. Sie genießt es, vormittags mit mir alleine zu sein. Die beiden anderen Hündinnen, die schon älter sind, bleiben alleine zu Hause. Sie fühlen sich wohl dort und schlafen bis ich wieder nach Hause komme, denn sie sind morgens schon eine halbe Stunde mit mir spazieren gegangen, bevor ich ins Büro bin. D.h. dreimal in der Woche bleiben sie für fünf bis sechs Stunden alleine, und das hat noch nie Probleme gegeben, weil ich, wenn ich zu Hause bin, immer Zeit für meine Hunde habe. LG Heike

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