|Alltag| Das Pubertier kehrt zurück

Das Pubertier kehrt zurück

Vor etwa einem halben Jahr habe ich euch in Pubertier zu Besuch von unseren Begegnungen mit dem ungeliebten Gast erzählt. Es war damals und ist heute noch so, dass ich mich nicht beschweren möchte. Das Pubertier lässt sich nur selten und kurz blicken. Es spürt wohl, dass es bei uns nicht so willkommen ist 😉 Trotzdem haben natürlich auch wir unsere Baustellen. Es ist also an der Zeit, euch mal wieder ein kleines Update zu geben.

Schon im Dezember war unsere größte Baustelle, dass sich Koa schnell verunsichern lässt – zum Beispiel von der Dunkelheit. Außerdem ließen die Manieren an der Leine immer dann zu wünschen übrig, wenn man andere Hunde getroffen hat (O-Ton Koa: „Aber der will doch bestimmt auch spielen, lass mich da hin.“) oder viel um sie herum los war, zum Beispiel beim Stadttraining.

Immerhin: Das mit dem entspannten an der Leine laufen klappt zuverlässig immer besser. Vor allem Hundebegegnungen laufen jetzt komplett stressfrei ab, denn Koa hat gelernt, dass man kommentarlos an einem anderen Hund vorbeigeht. Und man sich vor allem nicht wie ein störrischer Esel auf den Boden schmeißt und das Weitergehen verweigert nur weil man nicht mit dem Gegenüber spielen darf… 😉

Aber das mit der Unsicherheit, das ist weiterhin so eine Sache. Die Dunkelheit bringt sie mittlerweile kaum noch aus der Ruhe. Aber die Nachbarn. Pünktlich zum halbrunden Geburtstag – Koa ist jetzt 18 Monate alt – kam das Pubertier zurück, um zu gratulieren. Plötzlich waren unsere Nachbarn unheimlich. Bei Begegnungen stellt sie erstmal die Nackenhaare und „blafft“, eine Art unterdrücktes Bellen. Beim ersten Mal war ich fassungslos. Die Nachbarn sind allesamt wahnsinnig freundlich zu ihr, sie kassiert irre viele Streicheleinheiten bei Begegnungen. Warum also dieser Sinneswandel?

Ich habe dann ein wenig recherchiert und gelesen, dass Hunde oft zwischen 18 und 24 Monaten in die zweite Pubertät eintauchen. Diese Phase der Pubertät wird wohl auch „Angstphase“ genannt, denn die Hunde werden oft sensibler und entwickeln nicht selten Ängste. Hallo Pubertier, wie habe ich dich vermisst. Nicht.

Wie ich diesen Ängsten begegne? Nach wie vor mit Ruhe und Konsequenz. Blafft Koa einen Nachbarn an, folgt ein klares „Nein!“ und sie muss sich absetzen. Ich gehe dann ein, zwei Schritte auf den Nachbarn zu, während Koa weiterhin hinter mir absitzen muss und unterhalte mich in Ruhe mit dem Nachbarn. Das hilft tatsächlich ausgezeichnet, denn Koa entspannt dann recht schnell und beobachtet  nur noch.

So weit, so gut. Diese Woche hat Frau Pelz vor allem meine Eltern begeistert. Sie haben das kleine Aussie-Mädchen bei einem Geburtstagsbrunch dabei gehabt und Koa hat sich wohl vorbildlich benommen und auch liebevoll mit dem noch sehr jungen Enkelkind der Gastgeberin gespielt, wurde mir stolz berichtet. Kaum waren wir an diesem Tag zuhause, klingelte es. Und Koa? Lief aufgescheucht durch den Flur und bellte. Bellte! Mein Hund, der nie zuhause bellt. Es war ein Nachbar. Bei unserem kurzen Gespräch lag sie zwischen meinen Füßen und hat trotz Ermahnungen meinerseits den Nachbarn leise angegrummelt.

Also werden wir das mit dem Klingeln jetzt neu aufbauen – Koa wird ab sofort auf ihre Decke geschickt, wenn es klingelt. Zum Glück kam direkt am Folgetag ein Freund zu Besuch, so dass wir das gleich üben konnten. Pubertier, du hast keine Chance! Amüsanterweise blieb sie dieses Mal recht entspannt und ging anstandslos auf die Decke…

Im Training – also sowohl beim Longieren als auch in der Unterordnung – ist Koa übrigens immer top konzentriert und mit Spaß bei der Sache. Beim Spaziergang sich aber doch nach wie vor gerne mal das „Sitz“ oder „Hier“ zwei Mal sagen lässt. Ein spannender Schachzug des Pubertiers… Denn so kann ich mir nie direkt von meinen Trainern einen nützlichen Tipp abholen 😉

Ich bin gespannt, wie oft und lange uns das Pubertier in Zukunft noch besuchen wird. Ich bleibe entsannt und konsequent und harre der Dinge.

Habt ihr Hunde in der Pubertät und auch diese Angstphase mit etwa 1,5 Jahren erlebt?

Viele Grüße
Maike & Koa

8 Gedanken zu “|Alltag| Das Pubertier kehrt zurück

  1. Waaaa jetzt machst du mir Angst 🙂
    Kylar ist nun 1 Jahr und 3 Monate alt. Momentan läuft mal wieder alles prima. Letze Woche meinte er jedoch mit dem Kopf durch die Wand zu müssen.
    Er ist mich tatsächlich für ein Leckerlie angesprungen – ich war entsetzt wo kam das denn her? Noch nie gemacht. Glaubt einem natürlichen keiner. Nun sag mir nicht der wird auch noch ängstlich. Was für eine Mischung. Frech, mit dem Kopf durch die Wand wollend und am Ende Angst vor dem Ergebnis haben. Ich hoffe das er die Phase einfach weg lässt.
    Drei XXX wenn alles überstanden ist.
    Und so wie es aussieht, habt ihr ja einen Plan das Ungeheuer zu verjagen. Da drücken wir mal die Daumen. Aber in so einer Hübschen kann der Teife ja nicht wohnen.
    Liebe Grüße und Nasse Küsse

    Eva und Kylar

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    1. Koa war auch als Junghund immer schnell unsicher, sie hat also sowieso eher die Tendenz, ängstlicher/vorsichtiger zu sein. Da Kylar ja anscheinend eher sicher ist, kann ich mir kaum vorstellen, dass ihr in diese Angstphase reinsteuert – ich drücke euch zumindest fest die Daumen, dass alles glatt läuft! Und bald haben wir es geschafft, dann sucht sich das Pubertier jüngere Hunde zum Ärgern 😉
      Habt ein schönes Wochenende 😘

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  2. Oh ja, Enki kam mit einem Jahr und ein paar zerquetschten Monaten noch mal richtig schön in die Pubertät. Demenz, Taubheit und alle Situation wurden neu bewertet. In 2 Monaten wir er 2 und so langsam zeigt er den wundebaren Erwachsenen, der in ihm steckt. Ich habe mich gerade in den letzten Wochen wieder neu in ihn verliebt.
    Durchhalten ist die Devise. 🙂
    Herzliche Grüße
    Stephie mit enki und Luna

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    1. Immer wieder beruhigend zu lesen, dass es anderen auch so geht 😉 Ich bin gespannt, wie es bei Koa weitergeht. Ich bemerke auf jeden Fall auch, dass sie insgesamt ruhiger, „erwachsener“ wird. Und wie immer gilt: Ich nehme es, wie es kommt 😉 Schönes Wochenende euch 😘

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  3. Wir sind mit unserem Labbi, mittlerweile 13 Monate alt, mitten in der Pubertät. Bei ihm ist es echt tagesformabhängig. In letzter Zeit hat er Probleme, wenn wir irgendwo hinfahren, wo seeeehr viele Hunde sind. Er will einerseits immer hin, andererseits ist er schnell unsicher und benimmt sich manchmal noch wie ein Welpe… bin gespannt, wie sich das noch weiterentwickelt. Wir wünschen euch viel Glück!

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  4. Meine Kleine ist eigentlich schon über 1,5 Jahre alt – kam aber erst vor vier Monaten zu mir – und ist jetzt immer deutlicher in der Pubertät 2.0. Sicher spielt es auch mit, dass sie sich jetzt hier sicher und „daheim“, fühlt und das bisher etwas unterdrückt wurde… aber spontane Taubheit, kurzfristige Demenz was Befehle bedeuten oder ähnliches findet sie seit neuestem seeeehr toll.

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    1. Das kann ich mir gut vorstellen: Jetzt, wo man sich sicher und geborgen fühlt, kann man auch mal ganz Teenager-like Grenzen austesten 😉 Ich schick dir viel Geduld rüber. Auch diese Phase liegt irgendwann hinter uns 😘

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