|Alltag| Koa, Katzen und Impulskontrolle

Koa, Katzen und Impulskontrolle

Hartes Training zahlt sich eben doch aus. Habe ich mir gestern Abend gedacht, als das Adrenalin in meinem Blut langsam wieder abebbte… Was war passiert?

Koa und ich waren gestern erst gegen 22 Uhr unterwegs, weil es bei uns unerträglich schwül war. Wir schlenderten so durch die Weinberge und ich muss gestehen: Nach einem langen Workshop-Tag war ich ziemlich platt. Frau Pelz stromerte neben mir durchs Grad, als es plötzlich raschelte und mein Hund blitzschnell in den Weinberg verschwand. Ich hatte so eine Ahnung. Nämlich dass sich da wohl eine Katze versteckt hatte…

Ich sofort Koa’s Namen und ein klares „Nein“ in den Weinberg gerufen, konnte allerdings den gut getarnten Fleckenhund nicht sehen. Denn im Weinberg war weder das Gras gemäht, noch die Reben zurückgeschnitten – es glich alles eher einem dichten Dschungel.

Zeitgleich zu meinem „Nein“ kam fünf, sechs Zeilen hinter mir eine schwarze Katze pfeilschnell aus dem Weinberg gesprungen und rannte Richtung Landstraße. Ihr könnt mir glauben: Ich war schlagartig hellwach. Und mein Hund? Der kam aus der Zeile direkt neben mir mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck auf mich zugehüpft. Sie sah fast aus als wolle sie mir sagen: „Der hab ich einen ordentlichen Schreck eingejagt, oder?!“ Ja, hast du. Aber nicht nur der Katze…

Nachdem mein Herz wieder einen normalen Rhythmus gefunden hatte, setzte ein bisschen Stolz ein. Stolz auf meinen Hund, der sofort auf mein Nein reagiert hat und zu mir kam, statt die schwarze Katze zu jagen.

Ihr müsst wissen: Hinter uns liegen Monate, in denen wir an Koa’s Impulskontrolle gearbeitet haben. Das fing natürlich klein an: Das Futter gibt es zum Beispiel bei uns nur auf Kommando. Beim Spiel mit dem Ball darf sie erst lossprinten, wenn ich ihr das Okay gebe. Wenn ich selbst trainiere – wild hüpfen inklusive – liegt sie neben mir ab. So hat Koa Schritt für Schritt gelernt, Reize auszuhalten. Sie ist 20 Monate alt, das klappt natürlich noch nicht immer zu 100 Prozent. Aber ich sehe große Fortschritte – wie zum Beispiel gestern.

Das ganze Training zur Impulskontrolle wurde natürlich ergänzt mit Training an der Schleppleine. Es gibt zum Beispiel eine Ecke mit vielen Kaninchen-Bauten, da ist immer was los und super für Trainingszwecke.

Das Training zeigt Wirkung: Wenn wir im Wald auf Wildschweine oder Rehe treffen, ist Frau Pelz zwar aufgeregt, verlässt aber nie den Weg und ist abrufbar. Das war zum Glück von klein auf so. Als Junghund hat sie sich einen Spaß daraus geben, Vögel zu „jagen“. Das hat sie dank Impulskontrolle komplett eingestellt. Und letztens hoppelte plötzlich direkt vor uns ein Kaninchen auf den Feldweg. Koa blieb auf ein „Stopp“ sofort stehen und beobachtete das Kaninchen interessiert, aber entspannt und war ansprechbar. Aber Katzen… Das ist so eine Sache.

Katzen sind Koa’s rotes Tuch. Das liegt sicherlich auch daran, dass es in der Nachbarschaft meiner Eltern zwei Katzen gibt, die Koa gerne mal provozieren. Der Hund überträgt diese negativen Gefühle nun wohl auf komplett alle Katzen… Deshalb bin ich auch so stolz, dass sie gestern nicht ihrem Impuls gefolgt ist, sondern sofort zu mir kam. Ein großer Schritt. Wenn wir es jetzt noch schaffen, dass Koa die Katze auch nicht mehr erschreckt, sondern links liegen lässt, bin ich glücklich. Aber ich glaube bis dahin ist noch ein längerer Weg.

Interessiert euch, welche Übungen wir in Sachen Impulskontrolle machen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, dann schreibe ich gerne mal dazu was. Ansonsten würde mich interessieren: Habt ihr auch solche Katzen-Hasser zuhause? Oder herrscht da die ganz große Liebe?

Macht es gut, ihr Lieben!

Viele Grüße
Maike & Koa

23 Gedanken zu “|Alltag| Koa, Katzen und Impulskontrolle

  1. Ich hab auch so meine Schwierigkeiten mit dem Katz-Hund-Spiel 😅 Unser Watson jagt sie gern auf den nächsten Baum und verliert erst dann sein Interesse. Ich kann ihn leider nur selten (zwar immer öfter, aber immernoch viel zu selten) vorher abhalten. Für gute Tipps bin ich auf jeden Fall zu haben! ☺️

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  2. Das Katzenproblem kommt uns seeeeehr bekannt vor. ^^ Kaya hasst Katzen! Wenn sie eine entdeckt, wird sie zu einem richtigen Biest, das einem echt Angst machen kann und würde am liebsten Konfetti aus der Katze machen. Das ist allerdings erst so, seitdem der depperte Nachbarskater sie im eigenen Garten verprügelt hat. Vorher mochte sie Katzen, da sie durch das Tierheim daran gewöhnt war. Wahrscheinlich wurde ihr das zum Verhängnis.. Mich persönlich stört es aber nicht, denn auch ich habe meine Erfahrungen mit Katzen machen müssen und mag sie ebenfalls nicht – Kaya hat da mein vollstes Verständnis.^^ Und da bei uns in der Nähe keine Freigängerkatzen leben, muss ich mir auch zum Glück keine großen Sorgen machen, dass uns eine über den Weg läuft. 😀 Über gute Ratschläge für den Fall der Fälle freue ich mich aber trotzdem sehr! 🙂

    Liebe Grüße,
    Chrissey & Kaya

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    1. Hähä – Schwestern im Geiste. Also wir vier. Ich persönlich hab auch schlechte Erfahrungen mit Katzen gemacht und bin nicht unbedingt Fan. Von daher habe ich auch kein größeres Problem damit, dass Koa keine Katzen mag. Nur dadurch, dass bei uns einige Freigänger leben, müssen wir uns dieser Herausforderung stellen… 😉
      Unsere Trainings-Einheiten schreib ich ganz bald mal zusammen!
      Viele Grüße
      Maike & Koa

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  3. Großartige Leistung! Mica ist ja erst 5 1/2 Monate alt und bei uns ist bis zum 15.07 noch Leinenpflicht angesagt, weswegen sie bislang noch nichts jagen konnte, aber sie lässt sich bislang an der Langen Schleppleine sehr gut abrufen 😄

    Über einen Post zu den Übungen wurde ich mich sehr freuen, das Thema steht für uns jetzt auch an 😳

    Liebe Grüße Mica und Lea 😘

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    1. Vielen Dank! Die Leinenpflicht hat durchaus auch Vorteile, denn man kann das herrlich zum Trainieren nutzen. Und wenn das an der langen Leine schon so toll klappt in dem Alter – super! Tolle Leistung ☺️
      Blogpost folgt bald, versprochen!
      Alles Liebe euch 💛

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  4. Hi,
    Mir kommt vor allem das Vögel jagen sehr bekannt vor 🙈 Lustigerweise habe ich immer das Gefühl, dass Neela das mehr an der Leine als im Freilauf macht. Ich glaube aber einfach, dass ich an der Leine ihre zwei, drei Schritte eher mitbekomme, als wenn sie in Freilauf diese noch macht und dann abbricht. An der Leine kommt dann noch dazu, dass dann meist auch Straßen in der Nähe sind, wo ich dann auch nervöser bin.

    Ich würde mich sehr über Übungen zur Impulskontrolle freuen – auch wenn ich vieles schon so mache, wie du es beschreibst.

    Liebe Grüße
    Rike

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    1. Lustig, dass du das sagst. Kaum war der Beitrag veröffentlicht gestern, sind Koa und ich losgezogen. Und haben wieder eine Katze getroffen, dieses Mal aber an der Leine. Da war die Aufregung und das Drama deutlich höher als ohne Leine. Was da wohl psychologisch dahinter steckt?! 🤔
      Ein Folgebeitrag kommt ganz bald, versprochen!
      Viele Grüße
      Maike

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  5. Mich würden die Übungem sehr interessieren. Tatsächlich hat LeRoy eigentlich kein Problem mit Katzen aber sobald etwas losläuft wird hinterhergelaufen. Wenn man schon sieht das der Fellpinsel losstarten will kann man das ganze noch abbrechen aber sobald der Hund im Laufen ist stellt er seine Ohren auf durchzug. Da müssen wir auch nocj ganz schön dran üben

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  6. Ähnliche Probleme habe ich mit meinem 2 Jahre alten old english Mastiff. Mein neuer Partner hat eine Katze. Jetzt kam mein kurzer nie wirklich mit Katzen in Kontakt und will mit ihr spielen. Impulskontrolle Fehlanzeige. Wenn sich die Katze wenigstens bisschen zur Wehr setzen würde, aber sie rennt weg und pullert ein vor Schreck, zumal sie Hunde schon kennen gelernt hat (positive Erfahrungen) aber Hunde einfach nicht besonders mag. Über Tipps wäre ich unheimlich dankbar 😀

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      1. Zumindest würde ich es als Spielen interpretieren. Er ist aber auch gar nicht ansprechbar und zum großen Teil nur durch körperliche Berührungen wieder zur Kontrolle zu bringen. Also schubsen und ähnliches und bei 70 Kilo artet es in Kraftübungen für uns aus ihn auf dem Boden zu halten…

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    1. Hi Vivien, ich habe Sämy (Labrador) mit grossem Jagdinstink mit 2 1/2 Jahren übernommen. Er hatte kontakt mit Katzen aber halt nicht so positiv.
      Bei mir zuhause lebte mit mir alleine mein stubenkater Knutli 10 Jahre ohne ‚freigang‘ da 4. Stock.

      Ich habe die zwei innert 6 Wochen zusammen bekommen.

      Organisiere dir ein Kinderabsperrgitter und gib der Katze ein Raum wo sie sich ausruhen kann und ’save‘ ist. Da stellst du den kratzbaum, Bettchen, Futter und Klo rein.

      Die Katze muss entscheiden können, wann sie lust auf Hund hat und wann nicht.
      Hol die Katze ruhig mal dazu wenn der Hund frisst, fressen ist wichtiger als Katze gucken 😉 aber es gibt positive bestätigung.

      Viel erfolg 🍀
      Grüsse Simone mit Sämy

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  7. Schöner Artikel!!
    Mich interessieren die Übungen sehr 🙂 meine 8 Monate alte Sheltie-Aussi Mix Hündin hat mit rennenden Hasen und Katzen (und ab und zu Vögel) so ein kleines Problemchen, wenn ich sie nicht vorm losrennen stoppe. 🤦‍♀️

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  8. Hallo, unser Bailey (15Monate alter Labrador Mix) mag Katzen auch nicht und jagt sie zu gern. (Ich kann das verstehen, denn die sind doch ganz schön dreist) Wenn du ein paar Tipps hättest zur Impulskontrolle wäre das super. Wir sind viel im Wald unterwegs, mit Schleppleine. Generell zeigt er an(setzt sich hin) wenn in der Nähe irgendwas ist(Reh, Jogger, andere Hunde usw.)So habe ichZeit ihn an der Leine zu mir zu holen bzw die Leine kurz zu halten. Doch manchmal stürmt er einfach los, wie in deiner geschilderten Situation. Ich würde das gern unterbinden,da ich mich dann auch besser fühle wenn meine 10 jährige Tochter mit ihm raus geht. Vielen lieben Dank😃

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