|Alltag| Die Sache mit der Auslastung

Die Sache mit der Auslastung

Dank miDoggy Community bin ich letztens über den spannenden Beitrag „5 Mythen über Hundebeschäftigung“ von Bothshunde gestolpert. Mythos 4 dreht sich um Hütehunde – und ist so herrlich auf den Punkt gebracht. Sehr lesenswert! Und ein Thema, das mich auch persönlich sehr beschäftigt. Deshalb heute mein Blick auf die liebe Auslastung.

Wisst ihr, welche Aussage immer wieder kommt, wenn mich Leute auf Koa ansprechen? Es ist: „Der braucht aber richtig viel Bewegung“ oder eine Abwandlung davon wie „Den müssen Sie aber ordentlich auslasten.“ Früher habe ich mir noch die Zeit genommen und den Leuten erklärt, dass es nicht auf Quantität, sondern auf Qualität ankommt. Dass es auch meinem „Arbeitstier“ nichts bringt, morgens 5 Kilometer zu joggen und abends 15 Kilometer Fahrrad zu fahren. Sondern dass es wichtig ist, den Hund sinnvoll zu fördern ohne zu überfordern – und dass vor allem ein junger Hund erstmal Ruhe und Gelassenheit lernen muss.

Mittlerweile kommentiere ich solche Aussagen einfach nicht mehr. Es ist zu anstrengend, denn es geht beim Gesprächspartner links rein und rechts ungefiltert wieder raus…

Und trotzdem ist es ein Thema, das viele zu beschäftigen scheint. Denn ich bekomme auch einige Anfragen über Instagram oder per E-Mail, wie ich Beruf und Hund verbinde und ob die Auslastung darunter nicht leidet.

Mein Hund muss nicht 24/7 beschäftigt werden. Im Gegenteil: Erwachsene Hunde schlafen und entspannen bis zu 17 Stunden pro Tag. Und das ist auch wichtig und gut so. Viele glauben auch, dass man die verbleibende Zeit für kilometerweite Spaziergänge, Jogging-Einheiten oder Fahrradrunden nutzen muss, um den Hund auszulasten. Ja, Bewegung ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Aber zu viel Bewegung sorgt nur dafür, dass der Hund mehr und mehr Kondition aufbaut und entsprechend auch immer mehr Bewegung einfordert, um zufrieden zu sein. Da bleibt der Mensch dann irgendwann sprichwörtlich auf der Strecke, denn der Hund ist in der Regel immer schneller und ausdauernder.

Mir persönlich ist eine ausgewogene Mischung wichtig. Wir sind gerne gemeinsam draußen unterwegs. Es gibt Spaziergänge, da darf Koa einfach Hund sein, schnüffeln und flitzen. Vor allem wenn mal weniger Zeit für längere Runden ist, habe ich Dummy (Stichwort Nasenarbeit) oder auch mal Frisbee oder Ball dabei. Die beiden letztgenannten gibt es übrigens immer zur Belohnung nach kurzen Obedience-Einheiten. Ich versuche Spaziergänge spannend zu gestalten – aber eben nicht jeden. Ich will Koa fordern, aber nicht überfordern. Sie soll auch Hund bleiben dürfen.

Zuhause gibt es bei großer Hitze oder elend schlechtem Wetter auch mal einen kleinen Schnüffelparcour oder wir tricksen. Hier ist mir immer wichtig, dass wir nur kurze Einheiten einschieben. Außerdem longieren wir ein Mal die Woche und bereiten uns auf die BH-Prüfung vor.

Fokus Zuhause liegt aber nach wie vor auf Ruhe und Gelassenheit. Das ist nämlich auch mit knapp zwei Jahren etwas, das Koa an manchen Tagen unheimlich schwer fällt.

Ein abschließendes Wort: Es ist völlig egal, welche Rasse ich mir zulege. Ob Aussie, Dackel oder Labrador, jeder Hund will gefördert werden. In meinen Augen ist wichtig, dass ich mich schon vor Einzug des Hundes informiere, wie ich den Hund neben der körperlichen Auslastung auch mental auslasten kann. Ich wiederhole mich gern nochmal: Fordern, nicht überfordern. Und ganz wichtig: Der Hund muss Gelassenheit lernen, ruhige Phase aushalten und dabei abschalten können. Das klingt so einfach, ist aber für so manchen Hund wie Koa eine echte Herausforderung.

So, jetzt wurde der Beitrag doch länger als geplant. Aber irgendwie musste das mal raus. Ein Mythos bleibt schließlich immer ein Mythos, wenn man nicht über das Thema spricht 😉

Wie handhabt ihr das mit der Auslastung?

Viele Grüße
Maike & Koa

9 Gedanken zu “|Alltag| Die Sache mit der Auslastung

  1. Ahh du sprichst mir aus der Seele 😄
    Sobald die Leute Border Collie hören, meinen sie auch Loki bräuchte eine 24/7 Bespaßung. Ich meine klar man sieht ihn außen nur auf Strom und kaum zur Ruhe kommen. Aber das ist außen. Zuhause pennt er die meiste Zeit und da ist ihm das so egal ob ich zuhause oder auf Arbeit bin 😅
    Aber ich habe auch längst aufgegeben den Leuten sowas zu erklären. Ich antworte wenn dann mittlerweile mit „Deswegen haben wir ein Hundelaufrad. Wie für Hamster nur größer“ 😂 Was meinst du wie groß die Augen immer sind, die uns dann anstarren.

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    1. Mit Obedience mein ich Unterordnung, genau. ☺️ Longieren kann ich echt empfehlen. Hätte es ja vorab nicht gedacht, macht aber tatsächlich uns beiden Spaß 😅

      Genießt euren Tag heute!
      Viele liebe Grüße
      Maike & Koa

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  2. Liebe Maike, du sprichst mir so aus der Seele 😊👍🏻 Dein Artikel ist prima und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!!
    Um Lilly vor allem zu fordern, betreiben wir auch viel Nasenarbeit (Suchspiele im Haus bei schlechtem Wetter, Dummysuche bei Spaziergängen und ab und an Mantrailing), Longieren 1x pro Woche, Üben gaaanz viel Zurückhaltung und Tricksen ein Wenig… das macht uns allen Spaß und wir merken, dass es gut tut 😊 Liebe Grüße, Verena mit Lilly

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    1. Liebe Verena, freut mich, dass dir der Artikel gefällt und ich einen Nerv getroffen habe 😅☺️ Das klingt nach einer ausgewogen guten Mischung bei euch ☺️👌🏻
      Habt einen schönen Abend!

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  3. Meine Hunde begleiten mich bei der Arbeit als Hundetrainer. Dabei müssen sie häufig irgendwo herumliegen und die Klappe halten. Auch Ruhe will gelernt sein. Manchmal gehen wir wandern und sind dann 4-5 Stunden unterwegs, manchmal gibt es auch nur kurze Pipi-Kacka-Runden. Meine Hunde haben von klein auf gelernt zu entspannen, wenn gerade nichts los ist.

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    1. Das ist der entscheidende Punkt, der mir auch wichtig war. Ruhe lernen. Es gibt einfach Hunde wie Koa, die ganz schlecht selbst zur Ruhe kommen. Da muss man ihnen einfach helfen, finde ich. Denn nach müde kommt nur noch blöd 😉

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