|Alltag| … und die Granne.

...und die Granne.

Kennt ihr die Serie „2 Broke Girls“? Gestern fühlte ich mich ein bisschen wie Max und Caroline. Unsere Episode würde „2 Broke Girls und die Granne“ heißen und am Ende stünde da ein Minus von 145 Euro…

Was war passiert? Ich war gestern Abend mit Koa in den Weinbergen unterwegs. Plötzlich schüttelt Frau Pelz den Kopf und schaut mich verwirrt an. Kurz darauf direkt das nächste Schütteln. Ich habe mir sofort den Hund geschnappt und ins Ohr geschaut, konnte aber nichts entdecken. Koa hörte allerdings nicht auf, den Kopf zu schütteln, sich zu kratzen und sich mit dem Kopf auf dem Boden zu wälzen.

Als Koa klein war, habe ich einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde besucht – und war gestern mal wieder sehr froh darüber. Im Erste-Hilfe-Kurs habe ich nämlich gelernt, dass Grannen sehr gefährlich sind, weil sie zum einen im Körper des Hundes wandern und zum anderen leider mit Widerhaken ausgestattet sind. Bei Verdacht auf Granne in Nase, Auge oder eben Ohr gilt es also, schnell zu handeln – also ohne Umwege zum Tierarzt oder in die Tierklinik zu fahren. Haben sich Grannen übrigens im Fell eingenistet, sammle ich sie immer möglichst sofort ab. Grannen haben nämlich die unschöne Eigenschaft, dass sie auch die Haut des Hundes durchdringen können und es sich dann in der Blutbahn bequem machen. Und das kann schlimme Folgen haben.

Zurück zu unserer Episode „… und die Granne“. Ich habe also noch während des Spaziergangs in der Tierklinik angerufen  – es war zu spät für den normalen Tierarzt – und sollte auch direkt losfahren. Im Erste-Hilfe-Kurs hatte ich aber auch gelernt, dass man in solchen Fällen sich am besten zu zweit auf den Weg zum Tierarzt macht: der eine fährt, der andere hat den Hund im Blick und verhindert, dass der Hund non-stop den Kopf schüttelt. Denn durch das Schütteln wandert die Granne im Zweifel noch tiefer in den Gehörgang. Also nach Hause, Geldbeutel holen, zu meinen Eltern, den Vater als Helfer einpacken und ab in die Tierklinik.

In der Tierklinik angekommen hatten wir zum Glück keine Wartezeit, wir waren die einzigen Patienten. An dieser Stelle ein riesen Lob an die Tierärztin: Sie hat sich großartig um Koa gekümmert. Koa war auch super brav und hat sich ruhig ins Ohr schauen lassen. Und tatsächlich: Frau Pelz hatte eine Granne im Ohr. Und die lag leider – oder eben zum Glück – kurz vor dem Trommelfell. Ihr könnt euch vorstellen, wie froh ich war, dass das Trommelfell nicht beschädigt war! Durch die ungünstige Position musste Koa aber leider in einen leichten Schlaf versetzt werden, damit wir beim Entfernen das Trommelfell nicht doch noch beschädigen.

So saßen wir dann da, im Behandlungszimmer. Haben uns nett mit der Ärztin unterhalten und darauf gewartet, dass Koa wieder aufwacht. Sobald Frau Pelz wieder mehr oder minder sicher stehen konnte, durften wir nach Hause.

Mehrere Stunden später, mit rund 50 Kilometern auf dem Tacho und erleichtert um 145 Euro waren wir dann wieder Zuhause und Koa hat bis zum nächsten Morgen selig geschlummert.  Sie ist zum Glück wieder top fit, muss aber bis zum Wochenende noch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente nehmen. Denn die Granne hat im Ohr schon für ein wenig Chaos gesorgt.

Ich kann euch wirklich nur den Tipp geben: Wenn ihr den Verdacht auf Grannen in Auge, Ohren oder Nase habt, geht zum Tierarzt eures Vertrauens – und zwar so schnell wie möglich. Je weniger Zeit diese fiesen Teile zum Wandern haben, umso besser. Und versucht vor allem bei einer Granne in der Nase bitte nicht, das Teil selbst zu entfernen. Durch die Widerhaken können die Grannen in der Nase großen Schaden anrichten und das blutet anscheinend sofort ohne Ende.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich direkt losgefahren bin und dadurch das Trommelfell die Aktion unbeschadet überstanden hat. Ich kann euch versichern: Das brauch ich echt nicht nochmal.

Habt ihr auch schon so fiese Erlebnisse mit Grannen gehabt? Koa durfte auch schon vor unserem Ausflug in die Tierklinik nicht in Getreidefeldern spielen. Ich dachte, in den Weinbergen sind wir auf der sicheren Seite, weil da Gräser auch kurz gehalten werden. Aber anscheinend hat Koa die eine Granne auf dem Weg gefunden…

Viele Grüße
Maike & Koa

7 Gedanken zu “|Alltag| … und die Granne.

  1. Ich hätte eine ähnliche, zum Glück gut ausgegangene Erfahrung. In der Hundeschule sind wir einmal außerhalb vom Platz an einem Feld gewesen um dort etwas zu üben. Ich habe gerade 2 sek. Nicht auf Duke geachtet und was macht der Kerl? Knabbert in Seelenruhe einen dicken Kolben inkl riesen Grannen ab. Er fing gleich an zu husten und zu röcheln habe ihn mir sofort geschnappt und bin zum Tierarzt gedüst. Während der Fahrt hat er auch noch viel gehustet und gewürgt. Als wir beim Tierarzt ankamen war er wieder der alte. Scheinbar hat er sie selbst runter bekommen. Die Tierärztin hat ihn abgetastet, getestet ob er trinkt und frisst und mir aufgetragen ihn gut zu beobachten und ihm Sauerkraut zu geben. Das Sauerkraut umwickelt sich um Gegenstände und so können die in der Regel besser ausgeschieden werden. Ich war total erleichtert, dass nicht mehr passiert ist. Er durfte noch nie an nem Grünstreifen laufen wo ich Grannen sehe und schon garnicht durch solch ein Feld laufen. Daher habe ich mir umso mehr Vorwürfe gemacht wieso ich das eine mal so unachtsam war.

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  2. War und bin bei Grannen schon immer ziemlich panisch, weil schon einige Hunde im Brkanntenkreis deshalb in die Tierklinik mussten ….Aber wie du schon sagst – man kann auch die einzige Granne im ganzen Weinberg finden! 🙈🙈🙈😜 Schön, dass bei euch noch alles glimpflich verlaufen ist!

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    1. Das ist immer ein bisschen die Tragik: Man kann so viel aufpassen, wie man will – kann trotzdem schief gehen. 🙈 Ich denke, wichtig ist nur, dass man schnell reagiert, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ich drück uns die Daumen, dass uns die Grannen meiden! 😉

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  3. Ach ja, das kenne ich leider auch … Bliss hatte allerdings so ein Mistding im Hals und hat es nicht mehr raus bekommen! Sie musste in der Klinik Geröntgt werden und ich war dann 250 Euro leichter und Bliss hat immer noch nicht aufgehört zu würgen. Die Tierärztin wusste sich leider auch nicht zu helfen und meinte, wenn es morgen nicht weg ist, sollen wir noch mal kommen. Wie oft ich diesen Satz auch schon gehört habe. Ich habe dann auf eigene Faust versucht das – was es auch immer war – aus dem Hals zu bekommen. Jogurt, Trinken, Fressen nichts hat geholfen, bis ich auf die Idee kam, ihr eine Rindersehne zu geben. Nach langem Kauen bildet sich eine weiße Schicht, die sehr klebrig ist, diese hat dann die Granne geklebt und runtergespült. Bliss konnte dann endlich wieder normal atmen und fressen… Au man, was ein Stress! Schön, dass es euch wieder besser geht! Liebe Grüße Bliss & Tine

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